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[Blogtour] Agatha Christie

Posted in Mitgemacht

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Die Blogtour zu Ehren der Queen of Crime nähert sich dem Ende. Habt ihr fleißig mitgeraten und das Lösungswort eventuell sogar schon gefunden? Sicher? Also ich würde den sechsten und somit letzten Teil von „Die Pralinenschachtel“ doch lieber lesen, denn ihr wollt sicherlich auch wissen, wie die Geschichte ausgeht. 😉

Ihr habt von der „Agatha Christie Blogtour“ mit dem zauberhaften Hercule Poirot noch gar nichts mitbekommen, wollt aber gerne noch mit in den Lostopf? Dann verrate ich euch hier nochmal die einzelnen Stationen:

Jetzt wollt ihr vermutlich auch wissen, was ihr gewinnen könnt, oder? Dann schaut mal hier:

1. Platz: Bahnhofsuhr + XXL-Christie-Bücherpaket

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2. – 10. Platz: Ein kleines Buchpaket, bestehend aus „Das große Hercule Poirot-Buch“und einem Christie-Buch eigener Wahl.

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Das große Rätselraten läuft noch bis zum 20.September 2015, die Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

 

Hier also der 6. und somit letzte Teil von „Die Pralinenschachtel“

Plötzlich sah ich meinen Weg klar vor mir. Er war mein Sohn. Ich hatte ihm das Leben geschenkt. Ich war für ihn verantwortlich. Den Körper einer Frau hatte er bereits getötet, jetzt würde er die Seele einer anderen töten! Ich ging in Mr Wilsons Zimmer und nahm mir das Pillenfläschchen. Er hatte einmal lachend gesagt, es sei genug darin, um jemanden umzubringen! Ich ging ins Arbeitszimmer und öffnete die große Pralinenschachtel, die dort immer auf dem Tisch lag. Irrtümlich öffnete ich eine neue Schachtel. Die alte lag ebenfalls auf dem Tisch. Darin befand sich nur noch eine einzige Praline. Das vereinfachte die Sache. Außer meinem Sohn und Virginie aß niemand Pralinen. Ich würde Virginie an dem Abend bitten, mich in meine Räume zu begleiten. Alles lief wie geplant …‹

Sie hielt inne, schloss kurz die Augen und öffnete sie dann wieder.

›Monsieur Poirot, Sie haben mich in der Hand. Es heißt, ich hätte nicht mehr lange zu leben. Ich bin bereit, mich für mein Tun vor Gott zu verantworten. Muss ich mich auch noch auf der Erde dafür verantworten?‹

Ich zögerte. ›Aber das leere Fläschchen, Madame‹, sagte ich, um Zeit zu gewinnen. ›Wie kam es in den Besitz von Monsieur de Saint Alard?‹

›Als er sich verabschieden kam, Monsieur, ließ ich es in seine Tasche gleiten. Ich wusste nicht, wie ich es sonst loswerden sollte. Ich bin so gebrechlich, dass ich kaum ohne fremde Hilfe laufen kann, und wenn man das leere Fläschchen in meinen Räumen gefunden hätte, wäre das vielleicht verdächtig gewesen. Sie verstehen, Monsieur‹ – sie richtete sich zu ihrer vollen Größe auf – , ›ich hatte keinesfalls die Absicht, den Verdacht auf Monsieur de Saint Alard zu lenken! Das wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen. Ich dachte, sein Diener würde die leere Flasche finden und sie umstandslos wegwerfen.‹

Ich verbeugte mich. ›Ich verstehe, Madame.‹

›Und Ihre Entscheidung, Monsieur?‹

Sie sprach, wie immer hocherhobenen Hauptes, mit fester, unerschütterlicher Stimme.

Ich stand auf.

›Madame‹, sagte ich, ›ich habe die Ehre, Ihnen einen guten Tag zu wünschen. Ich habe meine Ermittlungen angestellt – und bin gescheitert! Der Fall ist abgeschlossen.‹«

Poirot schwieg einen Augenblick, dann sagte er leise: »Eine Woche später starb sie. Mademoiselle Virginie schloss ihr Noviziat ab und nahm, wie es sich gehörte, den Schleier. So weit, mon ami, die Geschichte. Ich muss zugeben, dass ich darin keine gute Figur abgebe.«

»Aber das kann man doch wohl kaum als Scheitern bezeichnen«, protestierte ich. »Zu welchem Schluss hätten Sie unter den gegebenen Umständen denn sonst kommen sollen?«

»Ah, sacré, mon ami«, rief Poirot plötzlich auffallend lebhaft. »Begreifen Sie es wirklich nicht? Ich, ich war ein sechsunddreißigfacher Idiot! Meine grauen Zellen, sie funktionierten einfach nicht. Die ganze Zeit hielt ich die Lösung in Händen.«

»Welche Lösung?«

»Die Pralinenschachtel! Verstehen Sie nicht? Niemand, der richtig sehen kann, würde so einen Fehler machen. Ich wusste, dass Madame Déroulard den grauen Star hatte – die Atropintropfen hatten es mir verraten. Es gab nur eine Person in dem Haus, die so schlechte Augen hatte, dass sie nicht sehen konnte, welcher Deckel auf welche Schachtel gehörte. Die Pralinenschachtel hatte mich auf die richtige Spur gebracht, aber ich scheiterte, weil ich bis zum Schluss konsequent ihre wahre Bedeutung übersah!

Und auch meine psychologische Einschätzung war fehlerhaft. Wäre Monsieur de Saint Alard der Täter gewesen, hätte er nie das belastende Fläschchen behalten. Dass ich es bei ihm fand, bewies seine Unschuld. Ich hatte ja bereits von Mademoiselle Virginie erfahren, dass er zerstreut war. Alles in allem war das eine ganz miserable Geschichte! Sie sind der Einzige, dem ich sie je erzählt habe. Verstehen Sie, ich komme nicht gut darin weg! Eine alte Dame verübt ein Verbrechen auf eine so einfache und clevere Art, dass ich, Hercule Poirot, mich völlig hinters Licht führen lasse. Sapristi! Ich mag überhaupt nicht daran denken! Vergessen Sie es. Oder nein, vergessen Sie es nicht, und wenn Sie irgendwann glauben, ich werde selbstgefällig – was zwar unwahrscheinlich ist, aber dennoch passieren könnte …«

Ich verbarg mein Lächeln.

»Eh bien, mon ami, dann sagen Sie einfach ›Pralinenschachtel‹ zu mir. Einverstanden?«

»Einverstanden!«

»Und trotzdem«, sagte Poirot nachdenklich, »möchte ich diese Erfahrung nicht missen! Ich, der ich derzeit zweifellos der klügste Kopf Europas bin, kann es mir schließlich leisten, großmütig zu sein!«

»Pralinenschachtel«, murmelte ich.

»Pardon, mon ami?«

Poirot beugte sich fragend vor, und ich blickte mit klopfendem Herzen in sein unschuldiges Gesicht. Obwohl ich oft unter ihm gelitten hatte, konnte auch ich, der ich nicht der klügste Kopf Europas war, es mir leisten, großmütig zu sein!

»Nichts«, log ich, zündete mir meine Pfeife an und lächelte in mich hinein.

Agatha Christie
Das große Hercule-Poirot-Buch
Die besten Kriminalgeschichten
ISBN 978-3-455-60032-2
Copyright © 1999 Agatha Christie Limited. All rights reserved.
AGATHA CHRISTIE® POIROT® and the Agatha Christie Signature are registered trade marks of Agatha Christie Limited in the UK and/or elsewhere. All rights reserved.
Für die deutschsprachige Ausgabe
Copyright © 2015 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
Aus dem Englischen von Michael Mundhenk
 


6. Frage: Was nahm Poirot in dem Haus an sich? Der Anfangsbuchstabe ist auch der Anfangsbuchstabe des Lösungsworts.

Ihr habt alle Antworten und somit die richtigen Buchstaben gefunden? Großartig! Nun fügt ihr die Buchstaben einfach zusammen und schickt das Lösungswort an gewinnspiel@hoca.de.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch viel Glück!

 

2 Comments

  1. Hallo Nina,

    schade, dass jetzt schon wieder alles vorbei ist. Ging ganz schön schnell…

    Liebe Grüße,
    Ramona

    12. September 2015
    |Reply
  2. Margareta Gebhardt
    Margareta Gebhardt

    Hallo Nina :)

    Tolle und interessante Blogtour . Vielen Dank .
    Ich wünsche Dir schönen Tag :)

    Liebe Grüße Margareta

    13. September 2015
    |Reply

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