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[Gelesen] „Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben“ – Candy Bukowski

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Bukowski_Suizid_Cover
Cover: edel & electric

Erzählungen und ich, zwei Komponenten die bisher nicht gut zusammenpassten. Ich brauche Geschichten, die sich über mehr als 5 – 10 Seiten erstrecken. Ich brauche Zeit, um mich auf die Figuren einzulassen, auf Tuchfühlung zu gehen und mein Herz zu öffnen. Aber wofür mein Herz öffnen, wenn in wenigen Atemzügen schon wieder alles vorbei ist? Denn das bedeutet Abschied nehmen und darin bin ich eine Niete. Doch es geht auch anders.

 

Es gibt Erzählungen, in denen fliegen einem die Wörter und Gefühle um die Ohren. Ist der erste Satz noch ein zaghaftes Klopfen an die Tür, begleitet von dieser Unentschlossenheit, ob man den nun eintreten möchte oder lieber nicht, heißt einen der nächste Satz so herzlich willkommen, dass man gar nicht anders kann als einzutreten und sich niederzulassen. Wie das Betreten der Küche auf einer Party. Der Ort, an dem die besten Gespräche stattfinden. „Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben“ ist so ein Ort. Ehe man sich versieht, hängt man drin. Man genießt den Austausch, lauscht den Anekdoten die das Leben zu bieten hat und denkt gar nicht mehr daran, dass diese Party irgendwann ein Ende hat. Das man sich von den Menschen wieder verabschieden muss, denn das, was man aus der Unterhaltung mitnimmt, ist so bereichernd, da spielt der Abschied kaum noch eine Rolle. Schließlich kann man sich das Gesagte jederzeit wieder ins Gedächtnis rufen.

 

So wie die Erzählungen von Candy Bukowski.

 

Sie erzählt vom Leben und Sterben, vom Träumen und Scheitern und führt uns Momente vor Augen, in denen wir Innehalten sollten, statt sie einfach vorbeirauschen zulassen. Sie bringt die Dinge auf den Punkt, mal behutsam, mal mit aller (Sprach-)Gewalt. Doch eines macht sie immer, mit ihren Worten das Herz berühren.

Danke.

„Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben“, Candy Bukowski, edel & electric

 

 

 

 

 

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